RAW – gestern.heute.morgen

Im Projekt RAW – gestern.heute.morgen setzen sich Berliner Jugendliche mit ihrem Sozialraum auseinander und beschäftigen sich mit der Geschichte, Gegenwart und der Zukunft des RAW-Geländes. 

Dieses geschichtsträchtige ehemalige Industrieareal ist einer der letzten innerstädtischen soziokulturellen Freiräume der Stadt und zu einem wichtigen, überbezirklichen Ort der Jugendkultur geworden. Die Besucher_innen unseres Jugendtreffs auf dem Gelände haben durch ihre Fragestellungen den Anstoß für das Projekt gegeben.

Folgende Themenfelder und Leitfragen haben die Teilnehmer_innen bereits erarbeitet und werden in unterschiedlichen Workshopformaten weiter ausgeführt:  

1) Ein wichtiger Wunsch der Jugendlichen ist es, etwas über die Vergangenheit des Geländes zu erfahren. Die soziokulturelle Neu-Nutzung sowie die zukünftige Bebauung bringen die Gefahr mit sich, dass die Geschichte zusehends aus dem Blickfeld gerät. Das RAW-Gelände wurde in verschiedenen politischen Systemen genutzt und diente dabei jeweils einem ganz speziellen Zweck. Ein großer Teil der Geländegeschichte ist öffentlich kaum bekannt und für Geländebesucher_innen nicht sichtbar. 

2) Für alle Jugendlichen war es von großem Interesse, die aktuellen städtebaulichen Umbruchprozesse zu verstehen. Was ist auf dem Gelände geplant? Werden die Nutzungsmöglichkeiten für junge Menschen erhalten? Die Fragen der Jugendlichen zu „ihrem“ Gelände bieten Anlass, sich mit aktuellen städtepolitischen Diskussionen im Allgemeinen auseinanderzusetzen: Was bedeuten Begriffe wie „Gentrifizierung“, „Aufwertung“ und „Verdrängung“ und welche gesellschaftlichen Folgen haben diese Prozesse? 

3) Nicht zuletzt wollen die Jugendlichen wissen: Wie können sie selbst die Zukunft des Geländes mitgestalten? Wie können sie ihre Ideen einbringen, welche Beteiligungsmöglichkeiten wird es geben und was können sie tun, damit ihre Stimme gehört wird? Auch diese Fragestellungen sind ideale Aufhänger für politische Bildungsarbeit zu Fragen nach zivilgesellschaftlicher Partizipation und bürgerschaftlichem Engagement. 

In den Workshops im Rahmen des Projekts arbeiten die jugendlichen Teilnehmer*innen zur Historie, zu den gegenwärtigen Umbruchprozessen sowie zu ihren eigenen Gestaltungsmöglichkeiten in Bezug auf das RAW-Gelände. 

Aufgrund der unvorhersehbaren Ereignisse um die anhaltende Corona-Pandemie wurde der Projektverlauf an allgemeine Kontaktbeschränkungen angepasst und wird in digitalen Beiteiligungsformaten umgesetzt. Die Bearbeitung der Themenfelder durch die jugendlichen Teilnehmer_innen findet in virtuellen Lernräumen statt. Die dabei entstehenden digitalen Kurzreportagen werden auf den sozialen Medien von Drop In e.V. einer breiten Öffentlichkeit präsentiert. Damit können die Teilnehmenden durch ihre erarbeiteten Ergebnisse dauerhaft und nachhaltig ihre gleichaltrigen Nachbar_innen, Mitschüler_innen sowie ihren erweiterten Freundeskreis informieren und zur Beteiligung an den Entwicklungsprozessen rund um „ihr“ RAW-Gelände einladen.

Das Projekt wird im Rahmen des Programms „STARK gemacht! Jugend nimmt Einfluss“ (www.stark-gemacht.de) des Jugend-Demokratiefonds Berlin durchgeführt.